Widerstand gegen Nazi-Diktatur am Beispiel Wächter und Hornberger

Die Nazis-Diktatur erfuhr immer auch Gegenwehr und es gab Gruppen von Menschen, die sich zur Wehr setzten. Die Gegenwehr begann im Kampf um das Überleben im Alltag, des Zusammenhalt gegen Entmenschlichung oder der Wiederherstellung der eigenen Identität gegen die kommenden Bedrohungen. In Hamburg wehrten sich verschiedene Kräfte gegen die Nazis, nicht nur die verbotenen politischen Parteien oder Gewerkschaften ob Ärzte, Künstler/innen, Studierende, kirchliche Kreise u.a.m.

Walter Wächter

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Eine Tafel am Sportplatz zwischen der Ida Ehre Schule, dem Helene-Lange- und dem Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium dokumentiert seine Lebensabschnitte in Deutschland. Walter Wächter war Jude und ein leidenschaftlicher Sportler. Er leistete in Hamburger aktiv Widerstand gegen die Nazis Terror in Hamburg, wurde deswegen verhaftet, angeklagt und verurteilt. Walter Wächter war mehrere Jahre im KZ Fuhlsbüttel und im Bremer Zuchthaus Oslebshausen inhaftiert. Er floh aus Deutschland und lebte bis zu seinem Tod 1983 in Schweden.

Die Eimsbütteler Nachrichten schrieben über ihn: „Der SPD-Anhänger, der mit seiner Familie im Eppendorfer Weg wohnt und in der Schlankreye zur Schule geht, schließt sich zunächst dem Arbeitersportverein Fichte Eimsbüttel an, der 1933 nach ihrer Machtübernahme von den Nazis verboten wird. Wächter bleibt aktiv beim jüdischen Verein Bar Kochba und als Gegner des NS-Regimes. Wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ sperren ihn die Nazis 1935 ins KZ Fuhlsbüttel und danach ins Zuchthaus. Als er im März 1938 entlassen wird, gelingt ihm die Flucht nach Schweden, seine älteren Brüder John und Max schaffen es nach Südamerika. Ihre Eltern Minna und Gustav werden im KZ Jungfernhof umgebracht.“

Der Verein wollte nicht mit mehr Gustav Falk in Verbindung gebracht werden. Frank Vöhl-Hitscher, Vereinsvorsitzender der Alsterbrüder: „Gustav Falke war ein sehr nationalistischer und vor allem franzosenfeindlicher Dichter war.“ 

Auf der Einweihungsveranstaltung zur Namensgebung hat der Verein „sehr deutlich gemacht, dass er diskriminierendes Verhalten auf dem Walter-Wächter-Platz nicht tolerieren wird. Vor dem Hintergrund, dass Walter Wächter ein Flüchtlingsschicksal erleiden musste, haben wir eine humane Flüchtlingspolitik mit sicheren Fluchtwegen eingefordert.“

Eine kleine Biographie auf Web-Seite der Altersbrüder informiert über Walter Wächter.

Hans-Heinrich Hornberger

Peter Hornberger ist ein Stolperstein im Kleinen Schäferkamp gewidmet. Er organisierte Widerstand auf den Werften, in dem sie die Produktion von Kriegsgerät sabortierten und Beschäftigte zusammenführte, um mit Lohnforderungen Zellen der Gegenwehr zu schaffen.

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Der Stolperstein erinnern an Hans Hornburger, der von den Nazis 1944 ohne Gerichtsverfahren gehenkt wurde. Der Kleine Schäferkamp 48 war seine letzte Meldeadresse. Er lebte aber seit längerem wegen der Verfolgung durch die Gestapo illegal in Hamburg.

Hans Hornberger wurde in Bayreuth als Sohn von Christiana Müller verehelichte Hornberger geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er den Beruf des Maschinenschlossers und ging anschließend auf Wanderschaft.

1928 fand er Arbeit auf der Werft von Blohm & Voss im Schiffs- und Flugzeugbau und ließ sich in Hamburg nieder. 1929 schloss er sich der KPD an.

1931 heiratete er Margarete Kummerow.
Während des Kriegs wurde Hornberger von Robert Abshagen und Franz Jacob für den Wiederaufbau der KPD in Hamburg gewonnen. Er übernahm mit Jonny Stüve und Walter Reber die Anleitung illegaler Dreiergruppen bei Blohm & Voss. Er wirkte mit einer Gruppe polnischer Kriegsgefangener um Michael Pozywilek zusammen, sammelte für sie und illegal lebende Genossen Lebensmittelkarten, Kleidung und Geld.

Hornberger wurde am 19. Oktober 1942 verhaftet. Nach 4 Monaten Gestapo-Haft in Fuhlsbüttel wurde er in die Untersuchungshaftanstalt Hamburg am Holstenglacis überführt. Nach den Luftangriffen auf Hamburg im Sommer 1943 erhielt er wie viele Gefangene zwei Monate Hafturlaub. Er stellt sich aber nach Ablauf der Frist nicht, sondern fuhr nach einem Aufenthalt bei seiner Familie wieder nach Hamburg, um sich weiter an konspirativer Arbeit zu beteiligen.

Einem Gestapo-Spitzel gelang es, sich als „Genosse Hans Müller“ mit Hornberger bekanntzumachen. Hornberger wurde erneut am 4. Januar 1944 verhaftet und in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel eingewiesen. Der Oberreichsanwalt klagte ihn zusammen mit sieben weiteren Arbeitern und dem Berufsschullehrer Ernst Mittelbach an.

Die Gestapo beschloss gegen die Widerstandskämpfer Hornberger, Gustav Bruhn und Elisabeth Bruhn sowie Kurt Schill ein Exempel zu statuieren. Ohne Gerichtsurteil wurden sie auf Exekutionsbefehl Heinrich Himmlers am 14. Februar 1944 in das KZ Neuengamme gebracht und dort am gleichen Tag im Exekutionsbunker gehenkt.

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