Neue Stolpersteine vor der Agathenstraße 3

Am Sonnabend, den 30. März 2019 wurden zwei weiter Stolpersteine vor dem Haus in der Agathenstraße 3 eingelassen. Sie erinnern an Clara Nachum und Alexander Nachum.

Clara Nachum und Johanna, die Schwester von Alexander Nachum, lebten bereits seit dem Ersten Weltkrieg in ärmlichen Verhältnissen, sodass Clara Nachum 1917 erstmals Wohlfahrtsunterstützung beantragte. Das einzige ihrer Kinder, das sie über die Jahre unterstützen konnte, war Emil. Johanna hatte 1902, mit 16 Jahren, eine Ausbildung zur Kontoristin begonnen, sich aber, so ihre Mutter einige Jahre später gegenüber dem Wohlfahrtsamt, an ihrer damaligen Stelle überarbeitet, sodass sie seitdem nicht mehr erwerbsfähig war. Die Hauptursache dafür bestand allerdings darin, dass sie an starkem Asthma litt. Immer wieder verließ sie Hamburg, um sich gesundheitlich zu erholen. 1923 konnte sie dank der Unterstützung von Bekannten der Familie sogar nach Davos reisen, dem bekannten Lungenkurort in der Schweiz. Johanna Nachum starb am 12. April 1935 im Alter von nur 39 Jahren.

Bei Alexander Nachum wiederum wechselten sich seit seiner Entlassung aus der Gefangenschaft 1919 Zeiten der Beschäftigung immer wieder mit Zeiten der Erwerbslosigkeit ab, sodass auch er seiner Mutter keine Hilfe sein konnte. Er suchte Arbeit auch außerhalb Hamburgs, in Göttingen, Frankfurt am Main und auf einem Schiff der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft; 1924 wanderte er sogar vorübergehend nach Buenos Aires, Argentinien, aus. Doch nirgends fand er „sein Fortkommen“, wie seine Mutter es einmal beschrieb. Ab 1934 wohnte er wieder bei Mutter und Schwester in der Stiftswohnung an der Agathenstraße 3.

Clara Nachum wurde im Juli 1942 nach Theresienstadt verschleppt. Von dort wurde sie drei Monate später, am 21. September 1942, ins Vernichtungslager Treblinka gebracht und dort ermordet. Am 8. November 1941 wurden Emil, Else, Ruth und Günther Nachum nach Minsk deportiert und ermordet. In demselben Transport befand sich auch Alexander Nachum, der die Shoah ebenfalls nicht überlebte.

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