Lassen Sie Kerzen an den Stolpersteinen leuchten – Erinnern an die November-Pogrome im Weidenviertel

Heute wurde ein Aufruf an alle Nachbarn in den Häusern im Weidenviertel verteilt, vor denen Stolpersteine liegen und an NS-Opfer erinnern. Die Bitte ist, dass die Menschen an ihre ehemaligen Mieter und Mieterinnen erinnern, in dem sie am 9. November 2020 Kerzen an die Steine stellen. Man kann ganz praktisch etwas tun. Zusammen mit dem virtuellen Stadtteilrundgang und der Erinnerungskundgebung am Montag, den 9. November 2020 um 18 Uhr sowie den Informationen auf der Web-Seite www.sternschanze1942.de gibt es ein Angebot, an die November-Pogrome 1938 zu erinnern, sich zu beteiligen oder selber etwas zu tun.

Liebe Nachbarn,

am 9./10. November 1938 zerstörten SS-Truppen in Hamburg hunderte jüdische Geschäfte und Einrichtungen. Die Pogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 hin zur systematischen Verfolgung, die später in den Holocaust mündete.
Am Abend des 9. November 1938 sprach “Reichspropagandaminister” Josef Goebbels von einer “Jüdischen Weltverschwörung“ und lobte die angeblich „spontanen“ judenfeindlichen Aktionen. Anlässlich der November-Pogrome 1938 in Deutschland möchten wir in unserem
Wohngebiet an diesem Tag der Verfolgung jüdischer Menschen in unserem Wohngebiet zu erinnern.

Kerzen an den Stolpersteinen ein Zeichen setzen
Vor Ihrem Haus befinden sich Stolpersteine. Sie sollen an die Opfer der NS-Diktatur erinnern. Sie erinnern an die ehemaligen Mieter in Ihrem Haus und deren letzte frei gewählte Wohn- adresse, bevor sie ermordet bzw. in die Vernichtungslager und KZ deportiert wurden. In Hamburg
werden an Stolpersteinen am 9. November Kerzen leuchten. Es ist eine Form der Erinnerung, aber auch ein sichtbares Zeichen an diesem Tag, dass Antisemitismus und Rassismus bei uns keinen Platz haben darf. Erinnern Sie mit einer Kerzen am Stolperstein vor Ihrem Haus an die NS-Opfer und leisten einen stillen Beitrag.

Virtueller Stdtteilrundgang und Kundgebung zu den November-Pogromen im Weidenviertel um 18 Uhr
Am 9. November 2020 führen wir eine virtuelle Kundgebung um 18 Uhr durch, um an das Geschehenzu erinnern. Zeitzeugen und Angehörige von NS-Opfern aus unserem Wohngebiet kommen zu Wort.

Wir bieten außerdem einen virtuellen Rundgang zu Stolpersteinen im Viertel an. Zu einzelnen
würden Verwandte, Patinnen der Stolpersteine oder deren Biographie-Autorinnen etwas erzählen.
Es wird zwei Beiträge von zwei ehemaligen Lehrlingen aus der jüdischen Werkschule in der
Weidenallee 10b geben: Kenneth Hale (98 Jahre) und Kurt Goldschmidt (97 Jahre). Sie waren
1939/40 in der Werkschule tätig und leben heute in New York. Der Enkel von Jacob Blanari, dem
damaligen Ausbildungsleiter der Tischler, Benjamin Blanari, wird live dazugeschaltet. Gabor Gottlieb, Fraktionsvorsitzender der SPD-Eimsbüttel und Ali Mir Agha, Fraktionsvorsitzende der
Grünen-Eimsbüttel werden an der virtuelle Kundgebung teilnehmen.

Zugang zum virtuellen Rundgang und Kundgebung
Um an der virtuellen Kundgebung teilnehmen zu können, benötigen Sie einen PC/Mac bzw.
Smartphone. Hier die Adresse https://cern.zoom.us/j/97849740505. Wenn Sie
Fragen haben, können Sie uns auch unter weidenviertel@gmail.com mailen.
Mehr auf unserer Web-Seite www.sternschanze1942.de

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