Die „Eimsbütteler Nachrichten“ über Kurt Goldschmidt, 97 Jahre

Die „Eimsbütteler Nachrichten“ widmen sich in ihrer November-Ausgabe dem Thema „Arbeiten in Eimsbüttel“. Im Heft gibt es auch eine historische Betrachtung. Vanessa Lichtschuh greift dabei die Geschichte der jüdischen Werkschule in der Hamburger Weidenallee 10b auf und erzählt über den 97 jährigen Kurt Goldschmidt, aber auch Kenneth Hale, 98 Jahre.

Beide leben seit Jahrzehnten in New York. 1939 waren sie Lehrlingen in der Werkschule. Kurt Goldschmidt im 3. Stock, Kenneth Hale, damals noch unter dem Namen Kurt Heilbuth, im 4. Stock in der Weidenallee 10b.

„Für Kurt Goldschmidt war die Ausbildung zum Schlosser in der Lehrwerkstatt bereits die zweite Lehre.“ Während Kenneth Hale 1939 mit seiner Mutter und Bruder nach England fliehen konnte, Kurt Goldschmidt ging noch bis 1941 auf die Werkschule, zum Schluss in einem Gebäude einige hundert Meter entfernt von dem damaligen Standort, Beim Schlump 31.

„Auch er hoffte, als Schlosser in England Arbeit zu finden. Mit der Schließung der Ausbildungswerkstatt Anfang 1941 wurde er gezwungen, „in einer Fabrik Kriegsmaterial für die Marine herzustellen. Über vier Jahre arbeitete er dort in der Eimsbütteler Straße, meistens an einer klapprigen Fräsmaschine…. Bald kamen russische Kriegsgefangene dazu, später italienische,“ erzählt Vanessa Lichtschuh.

Anfang 1945 wurde Kurt Goldschmldt nach Theresinstadt über Berlin deportiert. Im Mai 1945 befreite ihn die Rote Armee Theresienstadt und er zog zurück nach Hamburg, wo er seine heutige Ehefrau kennenlernte und sie heiratete. Beide leben bis heute noch in New York. Auch wenn es nicht erwähnt wurde, sie feierte Ende Oktober 2020 ihren hundertsten Geburstag. Wir hatten am Vortag telefoniert und die Corona-Maßnahmen in Hamburg und New York verglichen, als er mir von der Geburtstagsfeier erzählte.

Neben der Erzählung aus dem Leben von Kurt Goldschmidt und Kenneth Hale geht Vanessa Leitschuh auch auf den Zweck der jüdischen Werkschule ein. „Lehrwerkstätten wie die in der Weidenallee entstanden überall. Viele … gegründet, um die Jugendlichen auf eine Auswanderung … vorzubereiten – und sie so vor der Katastrophe der NS-Verfolgung zu schützen.“

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