Ab 1943 werden Schulen zu Zwangsarbeitslager umfunktioniert

Ende 1942 änderte sich die militärische Lage Nazi-Deutschlands. Seit November 1942 war die deutsche Wehrmacht in Stalingrad eingekesselt, im Dezember 1942 begannt die Gegenoffensive der Roten Armee um Moskau. Deutschland mobilisierte immer mehr Männer für die Armee. Es bedurfte im Gegenzug immer mehr Arbeitskräfte, um die forcierte Kriegsproduktion abzusichern.

Ab 1941 solle alle Zwangsarbeiter in Lagern zusammengefasst werden

Seit Juli 1941 wurden in Hamburg angewiesen, dass alle Zwangsarbeiter in Lager unterbringen zu sein. Zusätzlich wurden Räumlichkeiten für militärische Formationen in Hamburg benötigt. In einer Übersicht der Amtes für kriegswichtigen Einsatzes (AkE) in Hamburg vom 25. Januar 1943 werden über fünf Seiten die Räumlichkeiten aufgelistet über die Wehrtsdienststellen in nichtmilitärischen Gebäuden. Auf der Seite 1 sind 36 Schulen aufgeführt.

Insgesamt waren es 940 Klassenräume und 58 Turnhallen. Ende Februar 1943 waren es schon 1.253 Klassenräume und 219 Turnhallen beschlagnahmt. Es gab ein umfassendes Programm zur „Freimachung“ der Schulen und dem alternativen Bau von Ersatzschulräumen, der „Barackenaktion für Schulen“. Es sollten 42 Holzbaracken gebaut werden. 

Im Laufe des Jahres 1943 veränderte sich die militärische Lage Deutschland grundlegend. Mit der Kapitatulation der deutsche Wehrmacht im Februar 1943 in Stalingrad kam es zur Wende im 2. Weltkrieg. Im September 1943 vereinbarte der ehemalige Verbündete Deutschlands, Italien, mit den Alliierten einen Waffenstillstand und am 13. Oktober 1943 erklärte Italien Deutschland den Krieg. Die deutsche Wehrmacht setzte Anfang September 1943 Hunderttausende italienische Soldaten fest. Die Mehrheit von ihnen weigerte sich, an der Seiten der deutschen Wehrmacht weiter in den Krieg zu ziehen. 600.000 italienischen Soldaten wurden festgenommen und nach Deutschland deportiert, um hier als Zwangsarbeiter eingesetzt zu werden. Für Hamburg war 15.500 italienische Militärinternierte geplant ( deren Zahl aber nicht erreicht wurde). 

Schulen werden ab 1943 zu Zwangsarbeitslagern

Das für die Schaffung von Lagern zuständige Amt für kriegswichtigen Einsatz musste deren Unterbringung organisieren. Hinzu kam noch die Schaffung von weiteren Räumen für die in Hamburg lebenden Menschen, die durch die Luftangriffe im Juli 1943 massiv betroffen waren. Für die italienischen Militärinternierten waren im Oktober 1943 vor allem Schulen und andere öffentliche Gebäude im Hafen, wie Lagerhäuser F + G am Dessauer Ufer und Alten Wandrahm. Auf der Übersicht vom 31. Oktober 1943 waren es insgesamt 7 Schulen mit vorhandenen Plätzen für die italienischen Militärinternierten.

Im November 1943 waren es schon 15 Schulen, in dem sie untergebracht waren. Dazu kamen noch weitere Schulen, in den Kriegsgefangene untergebracht wurden, die zur Arbeit in Hamburg gezwungen wurden. Im November 1943 waren es über 14 weitere Schulen.

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