Über die Gedenkstätte der Israelitischen Töchterschule

Heute ist die ehemalige Israelitische Töchterschule eine Gedenkstätte in der Karolinenstraße 35. Im 3. Stock des Gebäudes gibt es eine Dauerausstellung.

Die Israelitische Töchterschule war eine Schule im Karolinenviertel, die von 1884 bis 1942 bestand. Das Schulgebäude wurde am 20. April 1884 eröffnet. 1900 wurde das Gebäude durch eine Turnhalle erweitert und 1910 wurden eine Lehrküche sowie Fachräume für Physik- und Chemieunterricht eingerichtet. Am 1. April 1939 wurde die Schule mit der Talmud Tora Schule zusammengelegt und der Unterricht wurde ab sofort im Gebäude der Talmud Tora Schule im Grindelviertel abgehalten. Im September 1939 wurde das Gebäude im Grindelviertel geräumt und die Schule zog zurück in die Karolinenstraße. Das Gebäude in der Karolinenstraße wurde am 15. Mai 1942 ebenfalls geräumt, was das Ende der letzten jüdischen Schule in Hamburg bedeutete. Den damals verbliebenen Schülerinnen und Schüler wurde im jüdischen Waisenhaus im Papendamm 3 noch bis 30. Juni 1942 eine Anlaufstelle geboten, dann war jede jüdische Schule in Hamburg verboten worden. Die verblieben jüdischen Schülerinnen und Schüler wurden bis 1945 deportiert. So wurde z.B. Kurt Goldschmidt, der seinen Berufschulunterricht in der Karolinenstraße 35 absolvierrte, im Februar 1945 nach Theresienstadt deportiert. Er überlebte den Holocaust und wurde im April 1945 von der Roten Armee befreit. Er hatte 1939 eine Schlosserlehre in der Werkschule in der Weidenallee 10b begonnen. Diese Schule lag in unmittelbarer Nähe der beiden Schulen.

1981 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und die historische Inschrift rekonstruiert. 1988 wurde das Gebäude zur Gedenk- und Bildungsstätte umgestaltet. Die Trägerschaft übernahm die Hamburger Volkshochschule. 1998 wurde das Gebäude zum Gedenken an Alberto Jonas, den letzten Schulleiter der Schule, in Dr. Alberto Jonas-Haus umbenannt. Die Turnhalle mit Zugang von der Flora Naumannstraße wurde auch renoviert mit der Nutzung als Synagoge und Veranstaltungsraum mit Bühne, als Eingang wurde ein Anbau gebaut.

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