Lily Lindenborn, geboren 1928, ermordet 1944

Quelle: Yad Vasham

Lil(l)y Lindenborn war eine der 13  Abgangsschüler/in der Israelitischen Töchterschule, die im Juli 1942 über die damalige Volksschule Schanzenstraße 103 nach Theresienstadt deportiert wurden.  Da die Israelitische Töchterschule von den Nazis am 15. Mai 1942 geschlossen wurde, datierte ihr Abgangszeugnis auf den 30. Juni 1942. 

Lilly Lindenborn wurde am 18. Juli 1928 in Hamburg geboren. Ihre Mutter, Hertha Klyscz (geboren am 22. November 1903) war mit Leopold Lindenborn verheiratet (geboren am 7. Juli 1889). Die beiden trennten sich. Lilly lebte bei Ihrer Mutter, die später Oskar Rosenstein (geboren am 16. Oktober 1897) heiratete. Leopold Lindenborn heiratete 1937 Else Philip. Beide überlebten den Holocaust.

Lilly Lindenborn lebte mit ihrer Mutter in der Isestraße 80. Sie wurden aber aus ihrer Wohnung vertrieben und lebten später im Elligersweg 41 zu Untermiete. Zum Zeitpunkt der Deportation waren sie in der Bundesstraße 43, in einem so genannten Judenhaus. 

Es war, wie die anderen „Judenhäuser“ ehemalige Wohnstifte, dass die Nazis zu Massenunterkünften umfunktionierten. Der Wohnstift war 1888 gegründet worden. Hier lebten üblicherweise 93 Menschen. In den ersten Monaten des Jahres 1942 erhöhte sich die Anzahl der Bewoh­ne­rinnen und Bewohner drastisch. Wie in andere „Judenhäuser“ wurden in das John-R.-Warburg-Stift Jüdinnen und Juden zwangsweise eingewiesen. Im Herbst und Winter 1941 wurde durch eine Bekanntmachung im Hausflur mitgeteilt, wer von den Jüngeren nach Lodz, Minsk und Riga „evakuiert“ werden sollte.  Am 15. Juli 1942 wurden 103 Menschen aus dem John-R.-Warburg-Stift ins „Altersgetto“ über die Schule Schanzenstraße nach Theresienstadt deportiert. 

Am 19. Juli 1942 fanden sich Lilly Lindenborn, Hertha und Oskar Rosenstein über die Schule Schanzenstraße ein.  Zu diesem Zeitpunkt war Lilly 14 Jahre jung. Am 6. Oktober 1944 wurden die drei nach Auschwitz verschleppt. Am 8. Mai 1945 wurden sie für tot erklärt.

Vor dem Elligsweg 41 erinnern Stolpersteine an Hertha und Oskar Rosenstein. Vor der Bundesstraße 43 erinnert ein Stolperstein neben Ellen Meyer an sie.

(Anmerkung: In der Wiedergutmachungsakte im Staatsarchiv Hambur – 351-11 11234 – ist die Schreibweise Lilly Lindenborn und weiter steht dort, dass sie am 8. Mai 1945 für tot erklärt wurde)

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