Presse-Info der VHS Hamburg: Stolperschwelle für die deportierten Schülerinnen der Israelitischen Töchterschule

Zur Erinnerung an diese Opfer des Nationalsozialismus wird am 9. November vor der Grundschule Schanzenstraße eine Stolperschwelle verlegt

Hamburg, 2. November 2021. Lili Lindenborn war eine der letzten Schülerinnen der Israeltischen Töchterschule in der Karolinenstraße 35, der heutige VHS-Gedenk- und Bildungsstätte. Sie wurde im Juli 1942 mit 12 Mitschülerinnen von der damaligen Volksschule Schanzenstraße aus deportiert.

Lili wurde am 18. Juli 1928 in Hamburg geboren und lebte mit ihrer Mutter Hertha Lindenborn in der Isestraße 80. Sie wurden aus ihrer Wohnung vertrieben und zum Zeitpunkt der Deportation waren sie in der Bundesstraße 43, in einem so genannten Judenhaus, untergebracht. Am 19. Juli 1942 fanden sich Lili Lindenborn als eine von zwölf Schülerinnnen und ihre Mutter über die Schule Schanzenstraße zur Deportation ein. Zu diesem Zeitpunkt war Lili 14 Jahre alt. Am 6. Oktober 1944 wurden sie nach Auschwitz verschleppt und ermordet.

Zur Erinnerung an die Ereignisse der Pogromnacht 1938 und in Gedenken der Opfer von Verfolgung und Ermordung des NS-Regimes wird es am 9.11.2021 um 18 Uhr eine Kundgebung am Bahnhof Sternschanze geben. Anschließend wird die Stolperschwelle vor der Grundschule Sternschanze auf Höhe der Sternschanze 103 verlegt. Stolperschwellen werden in Abgrenzung zu einzelnen Steinen dort installiert, wo mehrere Menschen Opfer des NS-Regimes wurden. Diese Schwelle soll an die deportierten jüdischen Schülerinnen und Schüler der Israelitischen Töchterschule erinnern. Initiator für diese Stolperschwellen-Verlegung ist die Stadtteilinitiative „Kein Vergessen im Weidenviertel“.

Dr. Anna von Villiez, Historikerin und Leiterin der VHS-Gedenk- und Bildungsstätte Israeltische Töchterschule, wird als Gastrednerin über die Schülerinnen und deren Zeit an der jüdischen Schule sprechen. Es ist das Gebäude der letzten jüdischen Schule in der Zeit des NS-Regimes, die nach der Deportation 1942 geschlossen wurde. Hierin wurde 1989 in Trägerschaft der Hamburger Volkshochschule eine Gedenk- und Bildungsstätte gegründet. Im Rahmen der politischen Bildung werden hier Veranstaltungen zur jüdischen Geschichte und Gegenwart sowie zur Geschichte des Nationalsozialismus angeboten. Im oberen Stockwerk wird die Dauerausstellung „zur Geschichte des jüdischen Schullebens am Grindel gezeigt, zu der der historische Naturkunderaum aus dem Jahr 1930 gehört.

Informationen zum Programm der Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule unter www.vhs-hamburg.de.

Pressekontakt: Dorothea Olbertz

 Schanzenstraße 75, 20357 Hamburg

 d.olbertz@vhs-hamburg.de, Tel.: 040/ 42841 – 2777, Mobil: 0176 – 241 49 777

Hier die Presse-Info als pdf

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