Hilde und Gretchen Dublon, Hallerstraße 45

Hilde Dublon und ihre Mutter Grete, wohnten von 1932 bis 1938 in der Hallerstraße 45 im 1. Stock, links. Sie wurden am 19. Juli 1942 über die Schule Schanzenstraße, direkt beim Bahnhof Sternschanze, nach Theresienstadt deportiert. Neben Hilde und Gretchen wurden auch ihr Vater Daniel und ihre Tante Henny an diesem Tag verschleppt. Im Alter von 18 Jahren starb Hilde dort an den Folgen einer Typhusinfektion, erzählte Ursula Pawel später, die ebenfalls im Getto in Theresienstadt/Terezin in der CSR mit Hilde in einer Baracke lebte. Grete gehörte zu den wenigen Überlebenden der Deportation vom Juli 1942 über das Schanzenviertel. Nach ihrer Migration nach 

St. Louis in den USA veröffentlichte sie eine Traueranzeige in einer jüdischen Zeitung, siehe oben.  Jetzt wird ein Stolperstein für Hilde vor der Hallerstraße 45 verlegt. Er wurde aus ihrer Nachbarschaft mitfinanziert.

Wir möchten Sie einladen, mit uns am Freitag, den 17. Juni 2022 um 17 Uhr vor der Hallerstraße 45 Blumen niederzulegen.

In der Hallerstraße und den umliegenden Straßenzügen finden Sie hunderte dieser kleinen Messingsteine. Gewissermaßen begleiten sie Sie auf ihren Wegen durchs Viertel. Gunter Demnig ist der Künstler, der 1996 das Denkmal der Stolpersteine schuf. Heute sind es in Hamburg über 6.000, in Deutschland über 70.000 und auch in anderen europäischen Ländern findet man sie. Es handelt sich heute um das größte dezentrale Erinnerungsdenkmal in der Welt. Der Künstler wird den Stein am 17. Juni vormittags selbst verlegen.

2022 jähren sich die Deportation von 1.700 jüdischen Menschen von Hamburg nach Theresienstadt/Terezin, auch über die Sammelstelle der Schule Schanzenstraße, zum 80.-Mal. Anlässlich dieses Jahrestages der letzten großen Massendeportation finden in Hamburg verschiedene Aktivitäten statt. Eine davon ist die Verlegung des neuen Stolpersteins. Es wird zudem am 15. Juli um 18 Uhr auf dem Schulhof der heutigen Ganztagsgrundschule Sternschanze eine Kundgebung stattfinden. Die Namen aller 1.700 Deportierten sollen im Anschluss auf dem Haupteingang der Schule der Öffentlichkeit übergeben werden.  Mehr unter www.sternschanze1942.de

Stolpersteine der Familie Rothschild vor der Hallerstraße 45

Künftig wird der Stolperstein für Hilde Dublon neben denen für die Familie Rothschild liegen.

Sie lebten bis 1934 in Hamburg und waren nach Belgien, in die Universitätsstadt Leuven (Martelarenlaan 179) geflohen. Auch dort liegen Stolperstein für sie.

Betty Flörsheim wurde am 20. Mai 1895 in Hamburg geboren und war mit Leo Rothschild, geboren am 16. Juli 1895 in Hamburg, verheiratet. In der Hallerstraße lebte die Familie bis zu ihrer Flucht nach Belgien mit ihren vier Kindern, Julius (geboren am 2. Juni 1925), Felix (geboren am 24. April 1927), Günther (geboren am 18. März 1928) und Ernst (geboren am 30. November 1930).

Nach der deutschen Besetzung Belgiens im Mai 1940 begann auch dort die Verfolgung der jüdischen Menschen. Im August 1941 verhängten die Besatzer eine Ausgangssperre für die Juden und wiesen ihnen Unterkünfte in Brüssel, Antwerpen, Lüttich und Charleroi zu. Emigration wurde ihnen verboten. Am 27. Mai 1942 folgte die Pflicht zum Tragen des gelben Sterns. 

Betty wurde zuerst mit ihren beiden Söhnen Julius und Felix ins SS-Sammellager in der Dossin-Kaserne im belgischen Ort Mechelen verschleppt.  In der ersten Deportation am 4. August 1942 nach Auschwitz waren die drei dabei und wurden dort ermordet.  Leo und sein Sohn Günther wurden im Juli 1942 in das niederländische Lager Westerbork verschleppt in den Niederlanden verschleppt und von dort nach Auschwitz. Beide überlebten.

Wir würden uns freuen, wenn wir uns am 17. Juni 2022 um 17 Uhr an den Stolpersteinen treffen könnten.

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