Einladung zum Erinnern: Dienstag, den 28. Juni 2022 um 18 Uhr vor der Rosenallee 11

2022 ist der 80. Jahrestag der Juli-Deportation: 2.100 jüdische Menschen wurden zwischen 11., 15. und 19. Juli 1942 von Hamburg nach Auschwitz oder nach Theresienstadt/Terezin deportiert und dort ermordet. 

Für uns Anlass an drei ehemalige Nachbarinnen zu erinnern, die in der ehemaligen Volksschule für Mädchen Rosenallee 11 während der NS-Zeit gearbeitet haben. Alle drei Frauen wurden zwischen 1942 und 1944 in den KZ-Vernichtungslagern: Chelmno, Auschwitz und Theresienstadt/ Terezin ermordet und gleichzeitig ermahnen die Leidenswege der drei Frauen “Nie-Wieder“: Chelmno, Auschwitz, Theresienstadt/Terezin. 

Uns bewegt auch die Frage, wie man an das Vergangene erinnert, wenn die Gegenwart gerade so schmerzhaft ist? Nie wieder Krieg, war und ist ein Appell aus dem verheerenden Folgen des NS-Regimes. Der Krieg  kostete Millionen Menschen das Leben. Auch heute zerstört der Krieg in der Ukraine die Hoffnung der Menschen, nach einer friedvollen und besseren Welt. Flucht und Verfolgung bestimmen heute für Millionen Menschen deren Leben.

Um wen geht es?

Bella Spanier und Recha Lübke waren beide Lehrerinnen in der ehemaligen Volksschule für Mädchen Rosenallee 11. Bella Spanier zwischen 1906 bis 1933 und Recha Lübke zwischen 1901 bis 1934. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Bella Spanier im April 1933 sofort aus dem Schuldienst entlassen und Recha Lübke im Juni 1934. Im Oktober 1941 erhielt Bella Spanier ihren Deportationsbefehl und wurde nach Lodz und am 10. Oktober 1941 in das Vernichtungslager in Chelmno deportiert, wo sie am 10. Mai 1942 ermordet wurde. Recha Lübke wurde am 9. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Todesdatum unbekannt.

Der Schulbetrieb in der Rosenallee 11 wurde im Frühjahr 1935 eingestellt und übersiedelte unter gleichem Namen in das Schulgebäude Münzstraße 6. Das Gebäude Rosenallee 11 wurde von der Wohlfahrtsbehörde übernommen und beherbergte während des Krieges eine Zahlstelle, eine Nähstube und dergleichen. Über die Wohlfahrtsstelle wurde auch die Zwangsarbeit für die Roma und Sinti in Hamburg organisiert.

Betty Worms war 67 Jahre alt und wohnte in der Kielortallee 26 als sie Ende November 1938 von der Fürsorge gezwungen wurde, ohne Bezahlung mit anderen jüdischen Frauen in der Nähstube Rosenallee 11 zu arbeiten. Am 15. Juli 1942  wurde sie gemeinsam mit zwei Geschwistern und weiteren 120 jüdischen Mitbewohner/innen aus dem „Judenhaus“ Bundesstraße 43, eine Massenunterkunft für jüdische Menschen nach Theresienstadt/Terezin deportiert. Sie überlebten den Holocaust nicht.

Was möchten wir von Ihnen? 

Zum einen natürlich, Ihnen etwas über die drei Frauen zu erzählen. Vielleicht können wir Sie aber auch dazu gewinnen, sich mit uns am Dienstag, den 28. Juni 2022 um 18 Uhr vor der ehemalige Schule der Rosenallee 11 an den Stolpersteinen http://www.muenzviertel.de/werkhaus/stolpersteine-rosenallee-11/ zu treffen und uns gemeinsam an die drei ehemaligen Nachbarinnen erinnern. 

Mehr über Betty Worms Lebensstationen und Deportation erfahren Sie unter https://bundesstrasse43.WordPress.com 

Aus Högerdamm soll „Bella Spanier-Recha Lübke Straße“ werden

Die Stadtteilinitiative Münzviertel setzt sich dafür ein, dass der Högerdamm umbenannt wird. Unser Vorschlag: „Bella Spanier – Recha Lübke Straße“:
https://www.muenzviertel.de/der-hoegerdamm-soll-umbenannt-werden-unser-vorschlag-bella-spanier-recha-luebke-strasse-%EF%BF%BC/

Stadtteilinitiative Münzviertel in Kooperation mit der Initiative “Kein Vergessen im Weidenviertel” (Sternschanze)

Hier die verteilte Info als pdf.

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