Betr.: David Bukofzer, Weidenallee 48/50

David Bukofzer wohnte in der Weidenallee 48/50, im Haus 6. Das Vordergebäude und die Hinterhäuser gibt es heute nicht mehr. Er kam am 5. August 1891 im polnischen Bydgoszcz, dem damaligen Bromberg in Pommern, auf die Welt. Seine Eltern waren Wolf und Helene Bukofzer. Seine drei Brüder lebten in Berlin, Köln und Bonn. Im Moment ist mir wenig über seinen Lebenslauf bekannt. Er war wohl in Berlin verheiratet, kam aber später nach Hamburg. David wurde am 8. November 1941 nach Minsk deportiert und am 8. Mai 1945 für tot erklärt.

Sein genauer Todestag ist, wie der von vielen jüdischen Menschen, die nach Minsk oder andere Ghettos deportiert wurden, nicht bekannt. David Bukofzer lebte zur Untermiete in der Weidenallee 48/50 bei Siegfried Werner, der am 19. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und am 4. Juni 1943 ums Leben kam. An Siegfried Werner erinnert vor Ihrem Haus ein Stolperstein.

Es gibt bereits Stolpersteine, die an Davids Brüder erinnern: Cäsar Bukofzer lebte in Bonn und wurde am 29.11.1942 vom KZ Dachau nach Auschwitz deportiert, dann verloren sich seine Spuren. Paul Bukofzer wohnte in Berlin und wurde am 15. August von nach Riga deportiert. Er wurde am 18. August 1942 ermordet. Dr. Adolf Bukofzer lebte in Berlin und Köln. Er wurde am 7. Dezember 1941 ebenfalls nach Riga deportiert und kam im Oktober 1942 ums Leben.

Ein Stolperstein für David Bukofzer

In Hamburg, in Deutschland und in ganz Europa gibt es zehntausende von Stolpersteinen, die an die NS-Opfer erinnern. Es ist das größte dezentrale Kulturdenkmal in Europa. Stolpersteine gibt es aufgrund der Menschen, die sie als Pate/Patin finanzieren. Einen Stolperstein für David Bukofzer gibt es noch nicht. Vielleicht kann ich Sie dafür gewinnen, diesen Stein zu finanzieren? Auf der Web-Seite der Hamburger Stolperstein-Initiative, www.stolpersteine-hamburg.de, können Sie sich darüber informieren: unter der Rubrik „Pate/Patin werden“. Um einen Stein zu ermöglichen, kostet es 120 Euro.

In jeder Straße um die Weidenallee gab es NS-Opfer

Egal, wo Sie sich in den Straßenzügen rund um die Weidenallee bewegen, in jeder Straße finden Sie vor den Häusern Stolpersteine, die an NS-Opfer erinnern, die dort wohnten. Es kommen nach und nach weitere dazu, so kürzlich ein Stein für Walter Tiedt vor der Weidenallee 61. Es gibt mehr NS-Opfer in unseren Straßenzügen, als es Stolpersteine gibt. Die Opfer in ihrer Nachbarschaft waren Widerstandskämpfer, ob Kommunisten oder Sozialdemokraten (Schäferstraße 8, Kleiner Schäferkamp 48). Sie wurden ermordet, weil sie krank (Kleiner Schäferkamp 31) oder homosexuell (Weidenallee 65) waren. Massenhaft wurden jüdische Menschen erst gemobbt, dann verfolgt, enteignet, in den Tod getrieben und im KZ ermordet (Weidenallee 10, 12, 23, 32, 48/50, 59 ). Es gab in der Schraubenfabrik von Schriever in der Weidenallee 10 b/c, ein Zwangsarbeiterlager für 50 sowjetische Kriegsgefangene. Sie mussten hier Munitionskisten für Hitlers Krieg produzieren – allein die Sowjetunion zählte am Ende 27 Millionen Tote. 

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