John und Hermann Borkowicz, Markstraße 43

John und Hermann Borkowicz wurden am 19. Juli 1942 über die Schule Schanzenstraße nach Theresienstadt/Terezín bei Prag deportiert.

Hermann Borkowicz wurde am 26. November 1863, John (Jacob) Borkowicz am 8. April 1869 in Hamburg geboren. Ihre Eltern waren Rika und Isaac Borkowicz, der als Zigarrenmacher arbeitete. Sie hatten weitere Geschwister: Bertha (1866–1895) und Berthold (1854–1914).

John Borkowicz war von Beruf Schauspieler und arbeitete später als Souffleur. Er war bis 1926 verheiratet und wohnte laut Hamburger Adressbuch seit 1921 in der Marktstraße 43. Sein Bruder Hermann zog 1924 zu ihm. Hermann war Schriftsetzer und blieb unverheiratet. Er lebte vorher in der Amelungstraße.

Die Häuser rund um die Marktstraße 43 (bis zur Nummer 54) wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Heute befindet sich dort der „Park Marktstraße“.

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Hermann und John Borkowicz mussten ihre Wohnung in der Marktstraße 43 am 13. März 1942 auf Anweisung der Gestapo verlassen und in ein sogenanntes „Judenhaus“ in der Schlachterstraße 44/46 (Neustadt, heute Großneumarkt) umziehen. Über diese Häuser wurden 245 Menschen in der NS-Zeit deportiert.  Als „Judenhäuser“ bezeichneten die Nationalsozialisten Wohnungen und Häuser, in die Jüdinnen und Juden zwangsweise eingewiesen wurden. Dort mussten sie auf engstem Raum leben. Diese Häuser dienten der Kontrolle, Ausgrenzung und Vorbereitung der Deportationen.

Die beiden mussten sich am 18. Juli 1942 in der Volksschule Schanzenstraße einfinden. Dort wurden ihnen ihre letzten Habseligkeiten abgenommen. Sie mussten eine Nacht in den Schulräumen verbringen und wurden am 19. Juli 1942 mit Polizeiwagen zum Hannoverschen Bahnhof in Hamburg (heute Hafencity, hinter dem SPIEGEL-Gebäude) gebracht. Von dort wurden sie mit einem Zug nach Theresienstadt deportiert. Nach der Abfahrt des Zuges erklärten die Nationalsozialisten Hamburg für „judenfrei“.

Hermann Borkowicz starb am 14. August 1942, Johann Borkowicz am 5. September 1942 in Theresienstadt.

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